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  BILD DER WOCHE: Bisherige Bilder und die dazu gehörenden Texte
    Das aktuelle Bild ist jeweils am Beginn dieser Seite
    Bildinterpretationen von Gabriele Novak-Oster
 
 
 
Montag, 27. Juni 2022: (Nummer 5) > Kranentanz <

Ein tanzendes Ensemble im Hafen, die Schatten der Akteure samt Himmel auf der Elbe. Da hätte Ballettmeister John Neumeier doch seine helle Freude. Aber natürlich - wen wundert es - hat er sofort erkannt, dass hinter den Figuren keine menschlichen Lebewesen stecken.

Im Hamburger Hafen wirken die hohen, eisernen Bauten fast bedrohlich.    Natürlich bewegen sie sich bei ihrer täglichen Arbeit - nach rechts und links, rauf und runter, immer nach Plan, stets einen schweren Container im Gepäck. Tausendfach. Da ist die Furcht schnell in Bewunderung umgeschlagen.

Für unser Foto zeigen sich die Kranen von einer ganz neuen Seite, fast filigran, zierlich, künstlerisch anmutend. Kaum vorstellbar, welche Last sie bewältigen. Oder haben sie in diesem Moment eine Pause eingelegt? Ein außergewöhnlicher Tanz jedenfalls.

 
 
Das ist so etwas wie ein "Frühbuchervorteil". Pauline, die jeden Freitag für die Sauberkeit unseres Appartements Sorge trägt, kann als erste und einzige schon das BILD DER WOCHE für den kommenden Montag sehen. Den "Kranentanz" wollte sie aber ganz genau betrachten!
 
 
Montag, 20. Juni 2022: (Nummer 4) > Hafenmeister <

Erkennen Sie ihn? Nein, es ist nicht der neue Hafenmeister von Oevelgönne. Obwohl seine Figur und das optische Erscheinungsbild durchaus zu dieser Person und Aufgabe passen würden. Ist aber nicht so.
Also: Das ist der „Bojenmann“, der in der Elbe nahe dem Stadtstrand während der gesamten Saison seinen Platz hat. Wind und Wellen sorgen in dieser Zeit dafür, dass er mal zu den Strandgästen, mal zum Hafen schaut. Wie die Männer so sind: Immer was Neues im Blick.
Der Künstler Stephan Balkenhol hat vier Bojenmänner für Hamburg geschaffen, zunächst alle aus Holz, schwarze Hose, weißes Hemd. Wegen der Vergänglichkeit sollen sie nach und nach in Aluminiumguss umgewandelt werden. Unser Mann vom Stadtstrand hat dies schon hinter sich.
Für kurze Zeit war er mal, wie unser Bild zeigt, Chef im Museumshafen, die gewaltigen Krane vor Augen. Auf dem Schleppweg zu seinem Stammplatz musste er kurz am Fähranleger Halt machen, wusste aber: Alle warten auf mich, denn dann ist die Saison eröffnet.
 
 
 
Montag, 13. Juni 2022: (Nummer 3) > Kultperle <

Zwei Perlen auf einem kurzen Stück Elbufer, das kann sich wahrlich sehen lassen. Eine Perle der besonderen Art steht auf unserem Foto bescheiden im Hintergrund, das Augustinum. Ein prächtiger Backsteinbau, Zuhause für 160 BewohnerInnen. Viele von ihnen treffen sich jeden Mittag zum Speisen unter der Glaskuppel.
Szenenwechsel. Der Strand von Oevelgönne - bei „Wetter“ ein beliebter Treffpunkt tausender Hamburger. „Wetter“ ist eigentlich immer. Bei Sonne ohnehin, aber auch im kühlen oder nassen Grau, wenn die Perle ein wenig Glanz einbüßt. Macht doch gar nichts.
Diese Kultperle heißt „Strandperle“, ein beliebter Szene-Treffpunkt für alle Generationen: jung, mittel und älter, mit Kind und Hund oder mit beidem. Zwischen den Normalos, die meist ganz in der Nähe von der Fähre 62 an den Strand gespült werden, ist hin und wieder sogar Prominenz auszumachen.
Unser Bild rückt das „Heute“ unterm Sonnenschirm scheinbar zurück in ein „damals“ in lockerer Atmosphäre. Ein interessanter Effekt, der die Langlebigkeit der „Strandperle“ unterstreichen soll. Da guckt das Augustinum doch gerne zu. Von Perle zu Perle
 
 
Pfingstmontag, 6. Juni 2022: (Nummer 2) > Zwei Welten <

Zwei Welten begegnen sich: Der Museumshafen Oevelgönne mit seinen historischen Schiffen und der Riesenfrachter mit aktueller Ladung. Was mag in den unzähligen Containern nur drinne sein? Weiß der Betrachter natürlich nicht, nur die Emfänger sind schlauer.
Die Elbe ist eine Autobahn für Schiffe aus aller Welt. Sie kommen und gehen. Waren es vor Jahren noch sehr viele kleine und mittlere Schiffe, so hat die Zahl der großen Pötte erheblich zugenommen.

Da kommt gleich ein 400hunderter“ ruft der Familienvater Frau und Kindern zu. Er hat das natürlich in seiner APP „MarineTraffic“ frühzeitig gesehen. Und nun warten sie gemeinsam an der Pyramide auf die Ankunft der Wundertüte. Meist werden diese Riesen durch Schlepper in den Burchardkai gezogen. Immer wieder ein Erlebnis.

Was die Anfangs erwähnte „Autobahn“ betrifft, das ist gar nicht so weit hergeholt. „Da wohnt Ihr ja direkt neben der A7“, meinte die besorgte Schwester bei unserem bevorstehenden Einzug ins Augustinum. Recht hatte sie - und doch nicht. Die Autobahn führt hier nämlich unten durch - durch den Elbtunnel. Ohne Sturm, ohne Ebbe und Flut.

 
Danke! Das war eine der schönsten Ausstellungseröffnungen, wie wir bisher erlebt haben. Und das mit - zunächst - nur einem Bild. Was uns - und inzwischen wissen wir: auch anderen - so gut tat, war die rege Kommunikation, die sich entwickelte.
Diese Kontakte müssen nicht abreißen. Wenn Sie uns eine Mail schicken, melden wir uns hin und wieder mit Informationen oder einem realen, aktuellen Foto (auch aus dem Leben und in Schwarz-Weiß). Unsere Mail-Adresse: info [ @ ] realabstrakt.de
Die Mailadresse wurde bewußt "falsch" geschrieben, um durch Roboter gesteuerte Spam zu vermeiden.
Gabriele Novak-Oster und Detlef Oster
 
 
Montag, 30. Mai 2022: (Nummer 1) > Guten Abend, gute Nacht <

Erinnern Sie sich an das Lied „Guten Abend, gute Nacht“? Oftmals am Kinderbett von Mutter oder Vater, von Opa oder Oma gesungen. Ein (Ein-)Schlaflied, dessen Melodie noch heute im Ohr klingt.
Johannes Brahms, ein Kind Hamburgs, komponierte das „Wiegenlied“. Es war sein Geschenk an Arthur und Bertha Faber in Wien zur Geburt ihres zweiten Sohnes Hans im Jahr 1858. Brahms hatte Bertha Faber neun Jahre zuvor in Hamburg kennen gelernt, sie sang dort einige Wochen in dem von ihm geleiteten Frauenchor. Eine Begegnung mit musikalischen Folgen.
Gute Abend, gute Nacht - wohl behütet fühlte man sich als Kind. Erinnern Sie sich? Und heute? Gedanklich übertragen und im Foto festgehalten vermittelt das Augustinum im Schein der Laterne seinen Bewohnerinnen und Bewohnern die ersehnte Sicherheit und Geborgenheit im Alter. Guten Abend, gute Nacht
 

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